PM: Rechtsradikale Aufkleber in Werne entfernt

In Werne ist erneut eine größere Menge rechtsradikaler Aufkleber aufgetaucht. Vergangenen Mittwoch, am 9. August, entfernte die Antifa Werne diese bereits wieder aus dem Stadtbild. Die Aufkleber waren in den Tagen zuvor vor allem im Bereich der Innenstadt insbesondere der Steinstraße angebracht worden. Das Vorgehen ähnelt dabei einem Vorfall aus dem August letzten Jahres, den das Werner Bündnis gegen Rechts öffentlich machte. Lena Milani, Sprecherin der Antifa Werne, dazu: „In Werne tauchen in gewissen Abständen immer wieder rechte Aufkleber auf. Die aktuelle Welle war die erste größere Aktion nach den Neonazi-Aufklebern vor knapp einem Jahr. Zum ersten Mal seit Jahren waren unter den Motiven auch wieder solche der rassistischen, sogenannten ‘Identitären Bewegung’. Aufkleber einer rechtsradikalen Facebook-Gruppe, die die deutschen Verbrechen im Zweiten Weltkrieg leugnet, stellten den größten Anteil der ca. drei Dutzend Aufkleber“.
Nachdem Mitglieder der Antifaschistischen Aktion Werne auf die Aufkleber aufmerksam geworden waren, wurden diese von den Laternen und Straßenschildern gekratzt, Unbekannte hatten einzelne der Aufkleber offenbar bereits überklebt. Lena Milani: „Als antifaschistische Gruppe gehört es zu unseren Kompetenzen, rechte Umtriebe in der Stadt zu beobachten und entsprechend zu intervenieren. Wer selbst rechte Aufkleber oder Ähnliches beobachtet, kann sich jederzeit bei uns melden. Das lohnt sich schon allein deshalb, da wir die einzige Gruppe in Werne sind, die eine umfangreiche Dokumentation rechter Aktivitäten vornimmt“.

RechtsRock in Themar mit Beteiligung aus Werne

Bereits am 15. Juli fand im südthüringischen Themar mit dem sogenannten „Rock gegen Überfremdung“ das mit ca. 6000 Besucher*innen bislang größte RechtsRock-Konzert des Jahres in Deutschland statt. Dabei handelte es sich um ein Event von, mit und für Neonazis. Das Gelände für diese und eine weitere ähnliche Veranstaltung Ende Juli stellte der Bürgermeister der Gemeinde Grimmelshausen und Ex-AfD-Mitglied, Bodo Dressel, zur Verfügung. Zuletzt war von 43 Strafanzeigen die Rede, die die Veranstaltung nach sich zog. Die Bilder von zahlreichen Neonazis im Publikum, die während der Auftritte der Bands beispielsweise den Hitlergruß zeigten, legen den Verdacht nahe, dass es sich dabei bislang eher um ein symbolisches Vorgehen der Polizei handelt.
Unter besagten Bands befand sich neben weiteren Szenegrößen auch der Werner Neonazi Dennis Linsenbarth und seine Band „Sleipnir“. Sowohl die Band als auch Linsenbarth selbst sind fest verankert im deutschen RechtsRock. Auch wenn von Zeit zu Zeit mal Erklärungen verfasst werden, man habe damit ja gar nichts (mehr) zu tun, wenn dies gerade opportun ist, ändert das wenig an den Fakten. In einer eigenen Band-„Biografie“ heißt es etwa von Seiten Sleipnirs an ihre Fans gerichtet: „Ihr seit nicht ‘Rechts’, ihr seit nicht ‘Links’, ihr habt einfach Rückrad bewiesen !“(alle Fehler im Original).
Der Auftritt der Band in Themar dürfte hingegen eindeutig bewiesen haben, wo die Band und auch wo ihre Fans stehen. Aber auch abseits von Sleipnir trägt Dennis Linsenbarth aktuell wieder seine Gesinnung nach außen – zum Beispiel in den sozialen Netzwerken. In diesem Sinne: behaltet Neonazis im Auge und lasst euch nicht von platten Distanzierungen oder Ähnlichem verunsichern! Keine Bühne für RechtsRock!

Neonazi outet sich im Netz

Bereits seit Beginn des Jahres beobachten wir, dass Neonazis aus Werne sich bereitwilliger als im vergangenen Jahr am social media-Äquivalent des gewöhnlichen Dorftratsches – besser bekannt als die Facebook-Gruppe „Was in Werne passiert !“ – beteiligen. Das betrifft sowohl politische Themen wie den angekündigten AfD-Besuch in Werne im Rahmen des Landtagswahlkampfes (siehe: hier) als auch Themen, die erstmal nicht viel mit rechten Einstellungen zu tun haben. Einer von ihnen ist der Werner RechtsRock-Musiker Dennis Linsenbarth, über den wir schon mehrmals geschrieben haben (u.a. hier).
Aktuell tut sich Linsenbarth auf Facebook mal wieder mit eindeutigen Kommentaren hervor. Der Fall: ein Horn der Ziegenskulptur in der Werner Innenstadt ist abgebrochen. Bislang ist nicht bekannt, wie das passiert ist oder wer daran beteiligt war. Die Spekulationen – vor allem im Netz – sind vielfältig. Sie reichen vom Verdacht, es könne sich um einen (erneuten) Unfall mit einem Fahrzeug handeln, bis hin zu den üblichen Anschuldigungen gegen „randalierende Jugendliche“. Aber Linsenbarth hat einen anderen Verdacht parat. In einem Kommentar äußerte er: „Vielleicht sind es auch zugezogene!“ (Fehler im Original). Nur um im nächsten Satz so zu tun, als wäre deren Schuld bereits bewiesen und mit kreativen Vorschlägen um die Ecke zu kommen: „Ab ins Arbeits******er mit denen. Echt das letzte sich an wehrlose Gegenstände zu vergreifen. Wir brauchen ne Bürgerwehr!“ (Fehler im Original).
That escalated quickly. Beweise für seine Theorie bleibt Linsenbarth natürlich schuldig. Warum er ausgerechnet „zugezogene“ verdächtigt, lässt sich hingegen leicht erklären. Es passt nur zu gut ins Weltbild des Neonazis. Selbiges gilt für die Forderungen nach Arbeitslagern und Bürgerwehren, mit denen Linsenbarth seine Gesinnung öffentlich mehr als deutlich zur Schau stellt. Begrüßenswert sind die vielen Antworten auf Linsenbarths Kommentar, die ihn für seinen Quark kritisieren. In der Vergangenheit war es in der Facebook-Gruppe nicht immer der Fall, dass Rechte den Widerspruch erfuhren, den sie verdienen.

Gemeinsamer Aufruf zum 1. Mai in Dortmund

Der 1. Mai steht vor der Tür. In NRW bedeutet das, dass neben zahlreichen Organisationen, die an diesem Tag Demonstrationen und Kundgebungen durchführen, auch Neonazis aufmarschieren werden. Sie instrumentalisieren dabei die Tradition des Tages als Kampftag der Arbeiter*innen, trennen sie von ihren Inhalten und basteln sich daraus ihr Konzept eines „Tags der nationalen Arbeit“. Die Aufmärsche der Rechten unterscheiden sich dabei am 1. Mai wenig von ihren sonstigen Demonstrationen: ein aggressiver Rassismus, die Relativierung und Verherrlichung des Nationalsozialismus an der Grenze zur Strafbarkeit oder darüber hinaus und eine soziale Demagogie gemischt mit nationalistischen Wahnvorstellungen, die „den deutschen Arbeiter“ den „bösen und faulen Migranten“ gegenüberstellen. Auch in diesem Jahr wollen Neonazis in Essen und in Dortmund versuchen, Arbeitskämpfe in „Rassenkämpfe“ umzudeuten. Glücklicherweise stehen sie damit immer wieder vor massiven Gegenprotesten. An diesem 1. Mai ruft das Werner Bündnis gegen Rechts zur Beteiligung an den Aktionen des Dortmunder BlockaDO-Bündnisses auf. Dieses wird eine Gegendemonstration durchführen, die Protest in Hör- und Sichtweite der Neonazis ermöglichen soll. Die Demonstration beginnt um 14 Uhr am S-Bahnhof Germania. Es gibt eine gemeinsame Anreise ab dem S-Bahnhof Stadthaus. Treffpunkt ist dort um 13:30 Uhr. Aus Werne bietet es sich entsprechend an, bereits den Zug um 12:05 Uhr Richtung Dortmund zu nehmen. Das Werner Bündnis gegen Rechts ruft seine Unterstützer und alle weiteren Menschen dazu auf, am 1. Mai gegen die Dortmunder Neonazis auf die Straße zu gehen.

- Werner Bündnis gegen Rechts

Terminübersicht: 28.04. bis 01.05.

Mit den erfolgreichen Protesten gegen den AfD-Bundesparteitag in Köln hat die Welt natürlich nicht aufgehört, sich zu drehen. Und was wäre nun besser als eine Terminankündigung eurer Lieblings-Hinterland-Antifa? Richtig, ein bunter Strauß an Terminankündigungen für das komplette kommende lange Wochenende. Also haltet euch die Termine frei, schnappt euch eure Freund*innen und tut was für eine lebenswertere Welt. (mehr…)