Archiv der Kategorie 'Antifa'

3. Oktober, Hamm: Kein Raum für Rechts!

Der 3. Oktober steht vor der Tür. Und damit meinen wir nicht die Einheitsparty stolzer Deutscher. Jahrelang marschierten Neonazis am 3. Oktober im benachbarten Hamm auf. Seit unserer Gründung haben wir uns jedes mal an den Gegenprotesten beteiligt. Dieses Jahr wird der rechte Aufmarsch wie 2016 ausfallen. Die Neonazis haben ihre Anmeldung zurückgezogen. Dennoch wird am Dienstag in Hamm gegen sie demonstriert, Gründe dafür gibt es genug. Wir unterstützen wie auch das Werner Bündnis gegen Rechts das Anliegen und schließen uns daher der Empfehlung des WBgR an: wenn ihr aus Werne nach Hamm zur Demonstration fahren wollt, empfehlen wir euch, die Eurobahn um 11:05 Uhr in Werne nach Dortmund zu nehmen. Dort gibt es einen Anreisetreffpunkt ab 12 Uhr am Nordausgang des Hauptbahnhofs. Darüber hinaus wird es auch weitere Anreisen etwa aus Münster oder Hagen geben. Im folgenden dokumentieren wir den Aufruf des haekelclub590 zu der Demonstration: (mehr…)

Erneut rechte Aufkleber in Werne – Blamage für Neonazi

Am vergangenen Donnerstag wurden erneut rechte Aufkleber in Werne entfernt. Verwendet wurden diesmal vor allem Aufkleber des „Kreisverbands“ Hamm der Partei Die Rechte, aber auch einzelne Exemplare mit anderen Motiven – etwa den bereits bekannten, den Nationalsozialismus verherrlichenden Aufklebern, die bereits Ende August in Werne verklebt wurden. Antifaschistische Aktivist*innen aus unterschiedlichen Zusammenhängen sammelten 32 Aufkleber ein. Weitere wurden bereits zuvor von Unbekannten entfernt. Betroffen war vor allem der Weg von der Steinstraße zur Saline. Die genaue Route legt die Vermutung nahe, dass es sich um den Heimweg eines Neonazis handelt.
Einerseits bedeutet das eine zumindest kurzfristige Steigerung rechter Aktivitäten, da erst vor Kurzem eine größere Menge Neonazi-Aufkleber in Werne aufgetaucht war. Andererseits ist der aktuelle Fall aber auch ein Beispiel der geringen Kompetenz Rechter in Werne. Sticker wurden etwa falsch herum oder auf ungeeignetem Untergrund (z.B. an Bäume) geklebt. Außerdem erwiesen sich die Aufkleber als qualitativ minderwertig, so blätterte von einigen bereits der Aufdruck ab. Last but not least scheint der Ausflug des Neonazis ein unrühmliches Ende gefunden zu haben. Mehrere noch nicht verklebte Sticker, die neben einen Mülleimer an der Saline geworfen wurden und zahlreiche bereits zerrissene Aufkleber im Umfeld des Mülleimers lassen darauf schließen, dass der Person entweder die Aufkleber entwendet wurden oder diese versuchte, sich der Aufkleber eilig zu entledigen. Dumm gelaufen.
Auch wenn Neonazis momentan ihre Begeisterung für Aufkleber wiederentdeckt zu haben scheinen, bleibt Werne eben doch ein ungemütliches Pflaster. Es gilt also, weiterhin die Augen offen zu halten und entschlossen zu intervenieren, wenn Neonazis versuchen, sich hier breit zu machen.

PM: Rechtsradikale Aufkleber in Werne entfernt

In Werne ist erneut eine größere Menge rechtsradikaler Aufkleber aufgetaucht. Vergangenen Mittwoch, am 9. August, entfernte die Antifa Werne diese bereits wieder aus dem Stadtbild. Die Aufkleber waren in den Tagen zuvor vor allem im Bereich der Innenstadt insbesondere der Steinstraße angebracht worden. Das Vorgehen ähnelt dabei einem Vorfall aus dem August letzten Jahres, den das Werner Bündnis gegen Rechts öffentlich machte. Lena Milani, Sprecherin der Antifa Werne, dazu: „In Werne tauchen in gewissen Abständen immer wieder rechte Aufkleber auf. Die aktuelle Welle war die erste größere Aktion nach den Neonazi-Aufklebern vor knapp einem Jahr. Zum ersten Mal seit Jahren waren unter den Motiven auch wieder solche der rassistischen, sogenannten ‘Identitären Bewegung’. Aufkleber einer rechtsradikalen Facebook-Gruppe, die die deutschen Verbrechen im Zweiten Weltkrieg leugnet, stellten den größten Anteil der ca. drei Dutzend Aufkleber“.
Nachdem Mitglieder der Antifaschistischen Aktion Werne auf die Aufkleber aufmerksam geworden waren, wurden diese von den Laternen und Straßenschildern gekratzt, Unbekannte hatten einzelne der Aufkleber offenbar bereits überklebt. Lena Milani: „Als antifaschistische Gruppe gehört es zu unseren Kompetenzen, rechte Umtriebe in der Stadt zu beobachten und entsprechend zu intervenieren. Wer selbst rechte Aufkleber oder Ähnliches beobachtet, kann sich jederzeit bei uns melden. Das lohnt sich schon allein deshalb, da wir die einzige Gruppe in Werne sind, die eine umfangreiche Dokumentation rechter Aktivitäten vornimmt“.

RechtsRock in Themar mit Beteiligung aus Werne

Bereits am 15. Juli fand im südthüringischen Themar mit dem sogenannten „Rock gegen Überfremdung“ das mit ca. 6000 Besucher*innen bislang größte RechtsRock-Konzert des Jahres in Deutschland statt. Dabei handelte es sich um ein Event von, mit und für Neonazis. Das Gelände für diese und eine weitere ähnliche Veranstaltung Ende Juli stellte der Bürgermeister der Gemeinde Grimmelshausen und Ex-AfD-Mitglied, Bodo Dressel, zur Verfügung. Zuletzt war von 43 Strafanzeigen die Rede, die die Veranstaltung nach sich zog. Die Bilder von zahlreichen Neonazis im Publikum, die während der Auftritte der Bands beispielsweise den Hitlergruß zeigten, legen den Verdacht nahe, dass es sich dabei bislang eher um ein symbolisches Vorgehen der Polizei handelt.
Unter besagten Bands befand sich neben weiteren Szenegrößen auch der Werner Neonazi Dennis Linsenbarth und seine Band „Sleipnir“. Sowohl die Band als auch Linsenbarth selbst sind fest verankert im deutschen RechtsRock. Auch wenn von Zeit zu Zeit mal Erklärungen verfasst werden, man habe damit ja gar nichts (mehr) zu tun, wenn dies gerade opportun ist, ändert das wenig an den Fakten. In einer eigenen Band-„Biografie“ heißt es etwa von Seiten Sleipnirs an ihre Fans gerichtet: „Ihr seit nicht ‘Rechts’, ihr seit nicht ‘Links’, ihr habt einfach Rückrad bewiesen !“(alle Fehler im Original).
Der Auftritt der Band in Themar dürfte hingegen eindeutig bewiesen haben, wo die Band und auch wo ihre Fans stehen. Aber auch abseits von Sleipnir trägt Dennis Linsenbarth aktuell wieder seine Gesinnung nach außen – zum Beispiel in den sozialen Netzwerken. In diesem Sinne: behaltet Neonazis im Auge und lasst euch nicht von platten Distanzierungen oder Ähnlichem verunsichern! Keine Bühne für RechtsRock!

Neonazi outet sich im Netz

Bereits seit Beginn des Jahres beobachten wir, dass Neonazis aus Werne sich bereitwilliger als im vergangenen Jahr am social media-Äquivalent des gewöhnlichen Dorftratsches – besser bekannt als die Facebook-Gruppe „Was in Werne passiert !“ – beteiligen. Das betrifft sowohl politische Themen wie den angekündigten AfD-Besuch in Werne im Rahmen des Landtagswahlkampfes (siehe: hier) als auch Themen, die erstmal nicht viel mit rechten Einstellungen zu tun haben. Einer von ihnen ist der Werner RechtsRock-Musiker Dennis Linsenbarth, über den wir schon mehrmals geschrieben haben (u.a. hier).
Aktuell tut sich Linsenbarth auf Facebook mal wieder mit eindeutigen Kommentaren hervor. Der Fall: ein Horn der Ziegenskulptur in der Werner Innenstadt ist abgebrochen. Bislang ist nicht bekannt, wie das passiert ist oder wer daran beteiligt war. Die Spekulationen – vor allem im Netz – sind vielfältig. Sie reichen vom Verdacht, es könne sich um einen (erneuten) Unfall mit einem Fahrzeug handeln, bis hin zu den üblichen Anschuldigungen gegen „randalierende Jugendliche“. Aber Linsenbarth hat einen anderen Verdacht parat. In einem Kommentar äußerte er: „Vielleicht sind es auch zugezogene!“ (Fehler im Original). Nur um im nächsten Satz so zu tun, als wäre deren Schuld bereits bewiesen und mit kreativen Vorschlägen um die Ecke zu kommen: „Ab ins Arbeits******er mit denen. Echt das letzte sich an wehrlose Gegenstände zu vergreifen. Wir brauchen ne Bürgerwehr!“ (Fehler im Original).
That escalated quickly. Beweise für seine Theorie bleibt Linsenbarth natürlich schuldig. Warum er ausgerechnet „zugezogene“ verdächtigt, lässt sich hingegen leicht erklären. Es passt nur zu gut ins Weltbild des Neonazis. Selbiges gilt für die Forderungen nach Arbeitslagern und Bürgerwehren, mit denen Linsenbarth seine Gesinnung öffentlich mehr als deutlich zur Schau stellt. Begrüßenswert sind die vielen Antworten auf Linsenbarths Kommentar, die ihn für seinen Quark kritisieren. In der Vergangenheit war es in der Facebook-Gruppe nicht immer der Fall, dass Rechte den Widerspruch erfuhren, den sie verdienen.