Neonazi outet sich im Netz

Bereits seit Beginn des Jahres beobachten wir, dass Neonazis aus Werne sich bereitwilliger als im vergangenen Jahr am social media-Äquivalent des gewöhnlichen Dorftratsches – besser bekannt als die Facebook-Gruppe „Was in Werne passiert !“ – beteiligen. Das betrifft sowohl politische Themen wie den angekündigten AfD-Besuch in Werne im Rahmen des Landtagswahlkampfes (siehe: hier) als auch Themen, die erstmal nicht viel mit rechten Einstellungen zu tun haben. Einer von ihnen ist der Werner RechtsRock-Musiker Dennis Linsenbarth, über den wir schon mehrmals geschrieben haben (u.a. hier).
Aktuell tut sich Linsenbarth auf Facebook mal wieder mit eindeutigen Kommentaren hervor. Der Fall: ein Horn der Ziegenskulptur in der Werner Innenstadt ist abgebrochen. Bislang ist nicht bekannt, wie das passiert ist oder wer daran beteiligt war. Die Spekulationen – vor allem im Netz – sind vielfältig. Sie reichen vom Verdacht, es könne sich um einen (erneuten) Unfall mit einem Fahrzeug handeln, bis hin zu den üblichen Anschuldigungen gegen „randalierende Jugendliche“. Aber Linsenbarth hat einen anderen Verdacht parat. In einem Kommentar äußerte er: „Vielleicht sind es auch zugezogene!“ (Fehler im Original). Nur um im nächsten Satz so zu tun, als wäre deren Schuld bereits bewiesen und mit kreativen Vorschlägen um die Ecke zu kommen: „Ab ins Arbeits******er mit denen. Echt das letzte sich an wehrlose Gegenstände zu vergreifen. Wir brauchen ne Bürgerwehr!“ (Fehler im Original).
That escalated quickly. Beweise für seine Theorie bleibt Linsenbarth natürlich schuldig. Warum er ausgerechnet „zugezogene“ verdächtigt, lässt sich hingegen leicht erklären. Es passt nur zu gut ins Weltbild des Neonazis. Selbiges gilt für die Forderungen nach Arbeitslagern und Bürgerwehren, mit denen Linsenbarth seine Gesinnung öffentlich mehr als deutlich zur Schau stellt. Begrüßenswert sind die vielen Antworten auf Linsenbarths Kommentar, die ihn für seinen Quark kritisieren. In der Vergangenheit war es in der Facebook-Gruppe nicht immer der Fall, dass Rechte den Widerspruch erfuhren, den sie verdienen.