Archiv für November 2015

Das war der 9. November…

Montag versammelten sich ca. 70 Menschen in der Werner Marktpassage am ehemaligen Standort der Synagoge, um der Verbrechen der Novemberpogrome 1938 zu gedenken. In Werne bestand diese vor allem aus Übergriffen gegen Jüd*innen, Angriffen auf ihre Geschäfte und die Zerstörung eben jener Synagoge. Nach einer Einleitung und dem Redebeitrag von Bürgermeister Lothar Christ folgte ein Rückblick einer ehemaligen Schülerin auf ihre Teilnahme an einem „Work-Camp“ im Rahmen von Wernes Mitgliedschaft im Riga-Komitee. Nach der offiziellen Kranzniederlegung mit Gedenkminute sprach ein Mitglied der „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“-AG des Werner Berufskollegs über Alltagsrassismus und das Erleben von Diskriminierung auf dem Schulhof. In Bezug auf rassistische Witze etwa: „Aber nein, das ist kein Spaß, das ist Rassismus! Und nein, ich weiß nicht, wie du das meinst, ich weiß grade nämlich nicht mal, ob mich weiter mit dir unterhalten möchte“. Wir freuen uns, dass sich an Werner Schulen Jugendliche gegen Rassismus und Diskriminierung einsetzen. (mehr…)

PM: Solidarität statt Abschottung

Seit fast zwei Jahren lässt sich in Deutschland eine rassistische Welle beobachten, die in ihrer Intensität scheinbar ungebremst zunimmt. Mittlerweile hat sie ein Stadium erreicht, das einhergeht mit beinahe täglichen Brandanschlägen auf Geflüchtetenunterkünfte, rassistischen Aufmärschen oder Angriffen auf Migrant*innen und Geflüchtete (Havixbeck, Dortmund etc.) und inzwischen auch Politiker*innen wie in Köln. Während Zivilgesellschaft und insbesondere Linke sich dem wieder grassierenden Rassismus in Deutschland vielerorts entgegenstellen, reagieren viele Vertreter*innen der deutschen Politik leider mit Gesprächsangeboten und Verständnis für „berechtigte Ängste“, stellen sich wie die CSU rhetorisch auf die Seite von Pegida und AfD und machen Zugeständnisse in Form von Verschärfungen des Asylrechts.
Von solchen Manövern blieb die Stadt Werne bislang zum Glück verschont. Bürger*innenmeister Lothar Christ bezog sogar in der Vergangenheit vergleichsweise progressiv Stellung. Er betonte stets die Ablehnung gegenüber Rechten und Rassist*innen. Zuletzt tat er dies bei der Bürger*inneninfo in Stockum am 21. Oktober. Umso irritierter stellten wir unmittelbar danach fest, dass Christ den Brandbrief von 215 NRW-Bürger*innenmeister*innen an Angela Merkel, Sigmar Gabriel und Hannelore Kraft unterzeichnet hat. In diesem machen sich die Spitzen von zahlreichen NRW-Kommunen staatstragende Gedanken: in tiefer Sorge um „unser“ Land befürchten die Bürger*innenmeister*innen, dass „Deutschland trotz des Asylpaketes weiterhin attraktiv für viele Flüchtlinge sein“ könne, als wäre das etwas Schlechtes. (mehr…)

Kundgebung am 9. November

Auch an diesem 9. November gedenken wir in Werne wieder der antisemitischen Novemberpogrome von 1938. In diesem Jahr wird es keine eigene Veranstaltung des Werner Bündnis gegen Rechts geben, sondern eine gemeinsame mit der Stadt Werne. Um es kurz zu machen im Folgenden der Aufruf des WBgR. Bis Montag!

„Vor 77 Jahren, hauptsächlich in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 fanden in ganz Deutschland die Novemberpogrome statt. In Werne bedeuteten diese die Zerstörung der Synagoge und Angriffe auf jüdische Menschen durch ihre deutschen Nachbar*innen und Mitbürger*innen. Sie gelten heute neben Auschwitz als ein Musterbeispiel des antisemitischen Terrors im Dritten Reich.
Daher wollen wir am 9. November wieder an die Verbrechen unter den Nationalsozialist*innen erinnern und der Opfer der Shoah gedenken. Das Werner Bündnis gegen Rechts wird an diesem Tag keine eigenständige Kundgebung veranstalten, sondern ruft seine Mitglieder und Freund*innen auf, sich der städtischen Veranstaltung um 17 Uhr in der Marktpassage am ehemaligen Standort der Synagoge anzuschließen.“