Archiv für Oktober 2015

Nachtrag: Rechte Fahnen in Werne

Vom 6. auf den 7. September wurden in Werne an der Bahnunterführung über der Penningrode zwei rechte Fahnen am Geländer befestigt. Die recht dilettantische „Aktion“ endete damit, dass die Polizei die beiden Fetzen am Montag (7.9.) beschlagnahmte. Während die eine Fahne sich gegen politische Linke richtete, enthielt die andere den Schriftzug „Sturm 18“ und eine sogenannte „schwarze Sonne“ – ein Neonazisymbol. Wie die Ruhr Nachrichten korrekt berichteten, handelt es sich hierbei um offen rechtsradikale Inhalte. Die beiden Fahnen sind in Neonazi-Shops erhältlich. Lohnenswert ist vor allem ein Blick auf die „Sturm 18“-Fahne.
Sturm 18 ist beispielsweise ein Name unter dem die rechte Band Sturmwehr firmiert. Diese veröffentlichten eine Split-CD mit der Rechtsrock-Band Oidoxie, deren ehemaliger Bassist Dennis Linsenbarth in Werne lebt. Zudem war Sturm 18 auch der Name einer Kameradschaft in Kassel, die ebenfalls im Oidoxie-Umfeld aktiv war. Mitglieder der Kameradschaft hatten enge Kontakte zu den Mitgliedern von Oidoxie und deren Combat 18-Gruppe Oidoxie Streetfighting Crew, die aktuell als mutmaßliche NSU-Unterstützer gehandelt werden. So spielte die Band beispielsweise am 18. März 2006 auf einem als Geburtstagsveranstaltung für einen Sturm 18-Führungskader getarnten Konzert (Siehe u.a.: [1] [2]).
Hier lässt sich erneut der Link zu dem Werner Neonazi Dennis Linsenbarth ziehen, der aktuell in der Rechtsrock-Band Sleipnir aktiv ist. Linsenbarth war bereits im April 2015 durch den Vertrieb einer den NSU verherrlichenden CD aufgefallen (siehe: hier). Auch wenn unwahrscheinlich ist, dass Linsenbarth selbst die Fahnen dort aufgehängt hat, zeigt sich hier erneut seine Vernetzung in die Rechtsrockszene und deren enge Verbindungen in rechtsterroristische Kreise. Ob nun dummer Zufall oder eine gezielte Überlegung hinter der Tat eines motivierten Nacheiferers: es bleibt eine Notwendigkeit sich mit den Werner Neonazis zu beschäftigen.

Gegen HoGeSa in Köln!

Am 25. Oktober wollen die sogenannten „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa) ein Jahr nach den Krawallen in Köln 2014 erneut in die Rheinmetropole. Dabei geht es den rechten Hools eher am Rande um eine Auseinandersetzung mit dem Salafismus. Schwerpunkt neben plumpem Rassismus gegen alles nicht-„biodeutsche“ und insbesondere gegen Geflüchtete und sonstigen Evergreens der politischen Rechten („Blabla Volkstod Genderwahnsinn usw.“) wird vor allem ihr Interesse an Krawall in Form von Auseinandersetzungen mit ihren Feindbildern sein (Migrant*innen, Linke, Rechtschreibung, Cops). Aktuell ist der Aufmarsch noch untersagt, allerdings werden solche Verbote ja gerne kurzfristig gekippt. Mit vielen anderen Gruppen rufen wir daher dazu auf, allen Verboten zum Trotz nach Köln zu fahren, um uns den Nazi-Hools in den Weg zu stellen!

Zusätzlich wird es am Vortag, dem 24. Oktober, bereits eine antirassistische Groß-Demo in Köln geben. Unter dem Motto „Fight racism!“ soll für Solidarität und offene Grenzen für alle demostriert werden. Beginn ist um 16 Uhr auf dem Vorplatz des Hauptbahnhofs. Im Anschluss gibt es im AZ Köln letzte Infos zum Sonntag. Da die Lage am Sonntag sehr unübersichtlich werden kann, empfehlen wir eine Anreise bereits am Samstag über Dortmund! Der Treffpunkt in Dortmund ist am Hbf-Nordausgang / Cinestar um 14:30 Uhr.

Wir unterstützen den Aufruf des Antifa AK Köln zu den Protesten am 24./25. Oktober. Den Text „Was tun wenn’s brennt?! Mit dem rassistischen Normalzustand brechen!“ findet ihr hier.