Oury Jalloh das war Mord!

Am 7. Januar 2015 jährt sich der Mord an dem Geflüchteten Sierra Leoner, Oury Jalloh, zum zehnten Mal. Aus diesem Anlass wird es wie jedes Jahr eine Demonstration in Gedenken an Jalloh und gegen Rassismus und Polizeigewalt in Dessau geben. Auch zehn Jahre nachdem Oury Jalloh in seiner Zelle verbrannte, hält die Justiz genau wie die Polizei am Selbstmord-Mythos fest – der gefesselte und vorher von der Polizei gefilzte Jalloh soll sich selbst angezündet haben. Dass die Geschichte der Polizei vor Fehlern und Widersprüchen nur so strotzt, dass Beweismittel verschwanden, interessiert nicht weiter. Gutachten, die der Selbstmordthese widersprechen, wurden ignoriert. Nach diversen Freisprüchen konnte sich 2012 gerade mal zu einer Geldstrafe gegen den Dienstgruppenleiter wegen fahrlässiger Tötung durchgerungen werden.

Was tun?

Seit zehn Jahren kämpfen die Freund*innen von Oury Jalloh und deren Unterstützer*innen für die schonungslose Aufklärung des Todes des Geduldeten. Auch wenn – oder gerade weil – die Dessauer Polizei diese blockiert, gilt es diesen Kampf zu unterstützen! Der Januar im kommenden Jahr ist dabei nur eine Gelegenheit von vielen.
- Wenn ihr die Demonstration in Dessau unterstützen oder euch einfach informieren wollt, besucht den Vortrag am Samstag, dem 27.12. ab 19 Uhr im Nordpol in Dortmund. Aktivist*innen der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh werden dort berichten und Infos zur Anreise bieten.
- Wenn ihr keine Möglichkeit habt, nach Dessau zu fahren, nehmt an der Demonstration in Köln teil, die ebenfalls am 7. Januar stattfindet. Infos hier!
- Außerdem benötigt die Initiative immer wieder Spenden für die Anfertigung neuer unabhängiger Gutachten, die nicht von vorneherein von der Selbstmordthese ausgehen. Infos dazu findet ihr auf der Seite der Initiative.
- Darüber hinaus könnt ihr natürlich auch einfach selbst was auf die Beine stellen. Seid kreativ!

Auch zehn Jahre später kommen wir nach Dessau, um zu erinnern:
Oury Jalloh das war Mord!
Rassismus bekämpfen – auf der Straße, in Behörden, im staatlichen Gewaltmonopol!