02.11.: Demo in Dortmund – Thor Steinar dichtmachen!

Ende August eröffnete in Dortmund ein Thor Steinar-Laden als Ersatz für den geschlossenen Neonaziladen in Essen. Seit der Eröffnung gibt es Protest gegen „Tønsberg“, wie das Geschäft heißt. Das Ziel ist klar: der einzige Laden der Neonazimarke Thor Steinar in Westdeutschland soll so schnell wie möglich wieder dichtmachen! Neben wöchentlichen Kundgebungen vor dem Laden, gab es auch andere Aktionen. Eine davon bewirkte, dass das Geschäft derzeit geschlossen ist. Samstag (02.11.) findet in Dortmund eine Demonstration statt, die den Neonazis klar machen soll, dass sie ihren Laden gleich ganz zu lassen sollen. Die Demo beginnt um 12:00 Uhr am Stadtgarten. Wir unterstützen die Demonstration und dokumentieren daher im Folgenden den Aufruf der Autonomen Antifa 170.
Kommt am Samstag mit uns nach Dortmund! Naziläden dichtmachen! (mehr…)

PM: Keine Bühne für Antisemitismus!

Am 26. Oktober soll der Schlagersänger Christian Anders in der Stadthalle Kamen auftreten. Der 74-jährige ist seit Jahren dafür bekannt, Verschwörungstheorien zu verbreiten und antisemitische Positionen zu vertreten.

Wir fordern die Stadthalle Kamen auf, den geplanten Auftritt abzusagen und damit anderen Veranstalter*innen zu folgen. Nach einem offenen Brief des Bündnisses ENSSQ – Ennepe-Ruhr stellt sich quer[1] wurden sowohl eine Autogrammstunde in Witten als auch ein Auftritt in Hagen abgesagt[2][3]. Die Positionen, die Anders in Büchern, YouTube-Videos und auch in seiner Musik vertritt sind untragbar. In den letzten Jahren bemühte er u.a. die antisemitische Hetzschrift der „Protokolle der Weisen von Zion“[4], verstieg sich zu Aussagen wie „Kinder-Impfer sind Kinderschänder“[5], relativierte die Verbrechen des Nationalsozialismus‘[6], bediente unter Verdrehung von Tatsachen den rechten Mythos von den Geflüchteten, die gegenüber Deutschen bevorteilt würden[7] und phantasierte von einer Verschwörung der Illuminaten, die die Welt kontrollieren würden[8]. Kaum eine Verschwörungstheorie, kaum ein Ressentiment, dessen sich Christian Anders noch nicht bedient hat.

Ein Paradebeispiel für sein antisemitisches Verschwörungsdenken ist das Lied „Der Hai“. Darin „rappt“ Anders[9][10]:
„Ich hab die Macht, ich hab das Geld, ich bin der Herrscher dieser Welt.
Ich schick euch täglich auf die Rolle, ihr kennt sie nicht, ‚Die Protokolle‘.“

Gemeint sind damit die sogenannten „Protokolle der Weisen von Zion“, eine nachweislich gefälschte, antisemitische Propagandaschrift, die von Antisemit*innen bis heute als „Beweis“ einer angeblichen jüdischen Weltverschwörung angeführt werden. Und auch Anders bemerkt in seinem Lied kurz darauf:
„Auf sieben Säulen ruht die Welt, sieben Familien haben das Geld. Ob Rothschild, Cohn oder Donati, man nennt uns auch Illuminati. Mit Aids verseuchen wir die Welt, und machen mit der ‚Heilung‘ Geld.“
Die Namen jüdischer Bankiersfamilien wie Rothschild oder Cohn dienen innerhalb rechter und verschwörungstheoretischer Kreise als Code, um nicht „jüdische Weltverschwörung“ sagen zu müssen. Eingeweihten ist dennoch sofort klar, wer eigentlich gemeint ist. Die Rothschild-Zeile strich Anders dann auch zügig wieder aus dem Lied. In das Bild der weltbeherrschenden Verschwörung passt auch die herbeiphantasierte Allmacht dieser „Illuminati“. So sollen diese für Seuchen und Krankheiten wie AIDS verantwortlich sein und den Lauf der Geschichte bestimmen, wie aus einigen späteren Zeilen hervorgeht:
„Ob Bankencrash oder Französische Revolution, ich hab’s geplant, ich wusste es schon.“
Es war solcher Verschwörungswahn, der schon im NS die Grundlage für die Verfolgung und Vernichtung von Jüd*innen bildete.

Anders vertritt eine Ideologie, die aktuell wieder in zahlreichen Ländern der Welt mordet. Die Konsequenz aus Anschlägen wie jenem in Halle kann nur sein, Antisemitismus, Rassismus und Verschwörungsdenken entschlossen entgegenzutreten. Dazu gehört auch, ihren Propagandist*innen keine Bühne zu bieten. Der Auftritt Christian Anders‘, der als exklusiver Solo-Auftritt nach 20 Jahren beworben wird[11], muss abgesagt werden! Antisemitismus „polarisiert“ nicht, Antisemitismus ist keine „unbequeme Meinung“, Antisemitismus ist eine Vernichtungsideologie!

Wir fordern die Stadthalle Kamen daher nachdrücklich auf, den Auftritt am 26. Oktober abzusagen. Wir fordern außerdem die Veranstalter*innen auf, sich von den Positionen, die Anders vertritt, zu distanzieren und die Zusammenarbeit einzustellen.

Antifa UNited
Antifa Werne
Autonome Antifa Lünen

12.10.: Kundgebung gegen antisemitische Gewalt in Werne

Wir dokumentieren im Folgenden die Ankündigung des Werner Bündnisses gegen Rechts (WBgR) zu deren Kundgebung am kommenden Samstag (12.10.) um 12:30 Uhr am Moormannplatz in Werne. Wir schließen uns dem Aufruf an. Kommt Samstag in die Innenstadt und zeigt euch solidarisch mit den Betroffenen antisemitischer Gewalt!

Am Samstag, dem 12.10., ruft das Werner Bündnis gegen Rechts um 12:30 Uhr bei der Partnerschaftsuhr am Moormannplatz zu einer Kundgebung anlässlich des Anschlags in Halle an der Saale vom vergangenen Mittwoch auf. Dort hatte ein bewaffneter Mann an Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag, versucht, in die Synagoge einzudringen, in der zu dem Zeitpunkt zahlreiche Jüd*innen den Festtag begingen. Der Täter, der das Ziel verfolgte, möglichst viele „Anti-Weiße“ – bevorzugt Jüd*innen – umzubringen, schoss daraufhin auf Passant*innen und griff einen Imbiss an. Er tötete nach derzeitigem Stand zwei Meschen. In seinem Manifest tat der Täter seine antisemitische Ideologie kund und berief sich auf eine Reihe rechter Verschwörungstheorien.
Unter dem Motto „Gegen jeden Antisemitismus“ möchte das Bündnis gegen Rechts daher ein Zeichen der Solidarität mit den Betroffenen des Anschlags und den Opfern antisemitischer Gewalt setzen sowie der Getöteten gedenken.

5 Jahre WBgR!

Das Werner Bündnis gegen Rechts ist vor einigen Wochen 5 Jahre alt geworden. Als Teil des Bündnisses möchten wir uns herzlich bei allen bedanken, die seit einem halben Jahrzehnt gemeinsam mit uns die Arbeit im Bündnis stemmen. Mögen noch viele weitere Jahre folgen! Wir möchten an dieser Stelle die vollständige Pressemitteilung des WBgR zu diesem Anlass dokumentieren. Außerdem sei darauf hingewiesen, dass auch die Antifa Werne Anfang September wieder Geburtstag gefeiert hat. Uns gibt es jetzt bereits seit 8 Jahren! Geschenke und Glückwunschkarten nehmen wir und/oder das Bündnis am Samstag auf der ‚Solidarität ist die Alternative!‘-Demo entgegen. So, nun lassen wir das WBgR sprechen:

5 Jahre Werner Bündnis gegen Rechts

Fünf Jahre ist es her, dass am 8. September 2014 das Werner Bündnis gegen Rechts, kurz: WBgR, gegründet wurde. „In Dortmund war Anfang des Jahres das BlockaDO-Bündnis an den Start gegangen, um die unterschiedlichen, bereits bestehenden Bündnisse an einen Tisch zu bringen und erstmals seit langem wieder gemeinsam gegen den Neonaziaufmarsch am 1. Mai zu protestieren. Etwas Ähnliches wollten wir auch in Werne: unterschiedliche Akteur*innen, die sich hier gegen Rechts engagierten zusammenbringen“, erinnert sich Philipp Müller, Sprecher des Bündnisses.
Auf Dauer war das Bündnis dabei gar nicht unbedingt angelegt. Zunächst ging es vor allem um die Unterstützung von Protesten gegen einen Aufmarsch von Neonazis in der Nachbarstadt Hamm. Gegen die rund 200 Rechten gingen 1000 Antifaschist*innen auf die Straße. Bereits im Hauptbahnhof gab es Blockaden gegen die anreisenden Neonazis. Bei der Nachbereitung der gemeinsamen Beteiligung an der Gegendemonstration in Hamm wurde beschlossen, weiterhin als Bündnis zusammenzuarbeiten.
„Das war am Anfang gar nicht so einfach. Wir wollten zwar alle den Gegenprotest in Hamm unterstützen, aber dauerhaft zusammen zu arbeiten war für die unterschiedlichen Gruppen und Einzelpersonen erstmal mit vielen langen Diskussionen verbunden“, erklärt Müller schmunzelnd, „Am Ende setzte sich allerdings die Überzeugung durch, dass der Wissensaustausch und die Vernetzung untereinander die Mühe wert sind. Zu einer eigenen Homepage konnten wir uns aber immer noch nicht durchringen“.
Mittlerweile ist das Bündnis ein eingespieltes Team auch wenn die Mitglieder nach wie vor auch ihre eigenen Perspektiven mitbringen. In den letzten Jahren hat das WBgR unter anderem Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit betrieben – immer auch mit Blick auf lokale Neonazis. Auch in der Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus’ und deren Aufarbeitung mischte sich das Bündnis früh ein. „Im November 2014 fand die erste eigene Kundgebung des Bündnisses in Werne statt. Im Anschluss an die städtische Gedenkveranstaltung am 9. November führten wir eine eigene Kundgebung zum Gedenken an die Novemberpogrome durch. Grund dafür war die Debatte um die damalige Gedenktafel am ehemaligen Standort der Synagoge, auf der der Propagandabegriff ‘Reichskristallnacht’ übernommen worden war. Darauf wollten wir aufmerksam machen“, bemerkt Philipp Müller.
Neben dem Austausch und der Vernetzungsarbeit ist aber das Unterstützen von Protesten gegen Neonazis in anderen Städten das Kerngeschäft des Bündnisses geblieben. Philipp Müller dazu: „Unser Ansatz war immer, klarzustellen, dass wir andere Städte unterstützen, wenn sich dort Rechte breitzumachen versuchen, weil wir in der glücklichen Lage sind, dass hiesige Neonazis kaum öffentlich auftreten. Und das handhaben wir auch weiterhin so. Diese Solidarität ist für uns eine Selbstverständlichkeit“.
Am häufigsten standen dabei Dortmund und Hamm auf der Liste und auch an diesem 3. Oktober wird das Bündnis gegen Rechts wieder zur Demonstration nach Hamm fahren – auch wenn der Neonaziaufmarsch inzwischen nicht mehr stattfindet. „Die Unterstützung der Demonstration in Hamm ist inzwischen schon Tradition und im fünften Jahr unseres Bestehens natürlich auch etwas Besonderes“, ergänzt Müller.
Den „Geburtstag“ gefeiert, hat das WBgR allerdings noch nicht. „Dazu sind wir bislang nicht gekommen. Die Vorbereitungen für die ‘Solidarität ist die Alternative!’-Demonstration in Werne am 28.09. haben uns einfach zu sehr beschäftigt“, erklärt Müller, „Aber wer uns gratulieren will, kann das gerne bei der Demonstration tun oder am 3. Oktober mit uns nach Hamm fahren“.
Das Werner Bündnis gegen Rechts wird der Stadt jedenfalls noch weitere Jahre erhalten bleiben.

3 Wochen, 3 Demos in Werne und Umgebung

In den nächsten Wochen ist viel los in Werne und Umgebung. Deshalb wollen wir euch hier ein paar Infos zu den drei wichtigsten Terminen an die Hand geben. Schließlich muss das ja mal ausgenutzt werden, wenn im Hinterland so viel los ist.

20.09., Klimastreik in Werne

Am Freitag ist Werne zum ersten Mal auf der Weltkarte der Klimastreiks vertreten. Um 12 Uhr beginnt die Demonstration der Werner ‘Parents 4 Future’ am Solebadparkplatz. Am besten seid ihr schon ein wenig früher da. In Werne werden wie auch in rund 500 anderen Städten Menschen für konsequenten Klimaschutz auf die Straße gehen. Das finden wir absolut unterstützenswert. Neonazis und die AfD zu stressen, ist bei über 40°C halt auch nur halb so spaßig. Weitere Infos zum Klimastreik in Werne findet ihr hier.
Falls ihr gar nicht in Werne seid, ist das auch kein Problem, denn in vielen anderen Städten könnt ihr genauso gut für’s Klima demonstrieren gehen. Allein im Kreis Unna geht das u.a. in Lünen, Selm, Unna und Schwerte.

Falls ihr richtig motiviert seid, könnt ihr abends auch noch in Dortmund gegen Neonazis aktiv werden. Die wollen nämlich durch die Nordstadt demonstrieren, nachdem sie von ihrer Kundgebung dort vergangene Woche nicht so begeistert waren. Infos dazu findet ihr wie gewohnt bei den Dortmunder Antifagruppen oder auf twitter unter den üblichen Hashtags (#nonazisdo, #do2009).

28.09., Solidarität ist die Alternative!-Demo in Werne

Die Woche drauf findet in Werne dann die Demonstration gegen Rechtsruck und AfD in Werne unter dem Motto „Solidarität ist die Alternative!“ statt. Ein bisschen was haben wir dazu ja schon geschrieben, also sparen wir uns die langen Worte. Infos zur Demo findet ihr hier. Kommt mit uns am 28.09. um 12 Uhr vorm Bhf Werne auf die Straße für eine solidarische Gesellschaft. Werne bleibt ein ungemütliches Pflaster für die AfD!

03.10., Demo gegen rechte Strukturen in Hamm

Was wäre der Oktober ohne den jährlichen Abstecher nach Hamm am 3. Oktober? Eben! Also fahren wir auch dieses Mal in die Nachbarstadt und unterstützen dort die „Kein Raum für Nazis“-Demo des antifaschistischen Jugendbündnisses haekelclub590. Los geht’s um 13 Uhr in der Luisenstraße am Hbf Hamm. Den Aufruf findet ihr hier.

Also: Runter von der Couch, der gemütliche Herbst kann warten! Erstmal gibt’s viel Protest für Solidarität und Klimaschutz – gegen Neonazis und Rechtsruck!