Gemeinsamer Aufruf zum 1. Mai in Dortmund

Der 1. Mai steht vor der Tür. In NRW bedeutet das, dass neben zahlreichen Organisationen, die an diesem Tag Demonstrationen und Kundgebungen durchführen, auch Neonazis aufmarschieren werden. Sie instrumentalisieren dabei die Tradition des Tages als Kampftag der Arbeiter*innen, trennen sie von ihren Inhalten und basteln sich daraus ihr Konzept eines „Tags der nationalen Arbeit“. Die Aufmärsche der Rechten unterscheiden sich dabei am 1. Mai wenig von ihren sonstigen Demonstrationen: ein aggressiver Rassismus, die Relativierung und Verherrlichung des Nationalsozialismus an der Grenze zur Strafbarkeit oder darüber hinaus und eine soziale Demagogie gemischt mit nationalistischen Wahnvorstellungen, die „den deutschen Arbeiter“ den „bösen und faulen Migranten“ gegenüberstellen. Auch in diesem Jahr wollen Neonazis in Essen und in Dortmund versuchen, Arbeitskämpfe in „Rassenkämpfe“ umzudeuten. Glücklicherweise stehen sie damit immer wieder vor massiven Gegenprotesten. An diesem 1. Mai ruft das Werner Bündnis gegen Rechts zur Beteiligung an den Aktionen des Dortmunder BlockaDO-Bündnisses auf. Dieses wird eine Gegendemonstration durchführen, die Protest in Hör- und Sichtweite der Neonazis ermöglichen soll. Die Demonstration beginnt um 14 Uhr am S-Bahnhof Germania. Es gibt eine gemeinsame Anreise ab dem S-Bahnhof Stadthaus. Treffpunkt ist dort um 13:30 Uhr. Aus Werne bietet es sich entsprechend an, bereits den Zug um 12:05 Uhr Richtung Dortmund zu nehmen. Das Werner Bündnis gegen Rechts ruft seine Unterstützer und alle weiteren Menschen dazu auf, am 1. Mai gegen die Dortmunder Neonazis auf die Straße zu gehen.

- Werner Bündnis gegen Rechts

Terminübersicht: 28.04. bis 01.05.

Mit den erfolgreichen Protesten gegen den AfD-Bundesparteitag in Köln hat die Welt natürlich nicht aufgehört, sich zu drehen. Und was wäre nun besser als eine Terminankündigung eurer Lieblings-Hinterland-Antifa? Richtig, ein bunter Strauß an Terminankündigungen für das komplette kommende lange Wochenende. Also haltet euch die Termine frei, schnappt euch eure Freund*innen und tut was für eine lebenswertere Welt. (mehr…)

29.04.: Gegen das Neonazi-Konzert in Hamm!

Auch am Wochenende vor dem 1. Mai ist viel zu tun. Zeitnah werden wir eine kleine Terminübersicht für euch veröffentlichen. Vorab möchten wir euch aber schon mal auf eine Kundgebung in Hamm am morgigen Samstag aufmerksam machen. Dort wollen die lokalen Neonazis ein Konzert in ihrem „Zentrum“ am Kentroper Weg durchführen. Interessant ist dabei vor allem der Auftritt des rechten Liedermachers FreilichFrei. Eine CD des Musikers war 2015 für die Razzien verantwortlich, von denen auch der Rechtsrock-Neonazi aus Werne, Dennis Linsenbarth, betroffen war. Insgesamt waren laut Polizeiangaben drei Objekte in Werne durchsucht worden. Grund waren die NSU-verherrlichenden Texte in den Liedern auf der CD. Das Verfahren gegen den Liedermacher ist inzwischen eingestellt worden. Hintergründe zum Liedermacher und der Veranstaltung in Hamm findet ihr hier. Hintergründe zu den Razzien findet ihr hier.
Das Bündnis haekelclub590 aus Hamm organisiert eine Kundgebung gegen das Konzert. Diese beginnt um 14:30 Uhr. Allerdings gibt es einen Vorab-Treffpunkt um 14:00 Uhr am Willy-Brandt-Platz vor dem Hauptbahnhof in Hamm. Von dort werden wir gemeinsam zum Ort der Kundgebung gehen. Polizei und Stadt in Hamm versuchen sich derweil darin, das Problem mit den Neonazis in der Stadt kleinzureden und sich in selbsterklärter Ohnmacht zu baden. Die Antifa Hamm hat dazu eine lesenswerte Stellungnahme veröffentlicht. Ergo bleibt es mal wieder die Aufgabe von Antifaschist*innen, die Handlungsräume der Rechtsradikalen zu beschränken. Gemeinsam mit dem Werner Bündnis gegen Rechts rufen wir dazu auf, am Samstag zu den Gegeprotesten zu fahren. Den Aufruf des Bündnisses möchten wir zusätzlich im Folgenden dokumentieren.
Kommt mit uns nach Hamm! Keine Freiräume für die Fans des Nationalsozialismus’!

Aufruf des WBgR

Nachdem es in der letzten Zeit etwas ruhiger um die rechte Szene in Hamm geworden war, plant diese nun für den kommenden Samstag, den 29. April, ein Rechtsrock-Konzert in ihren Räumlichkeiten am Kentroper Weg in Hamm. Neben dem Auftritt eines rechten Liedermachers soll mit Dieter Riefling ein Neonazikader als Redner auftreten. Solche Veranstaltungen dienen nicht nur dem reinen Freizeitvergnügen, sondern bieten der rechten Szene auch eine Vernetzungsmöglichkeit und eine Festigung ihrer Strukturen. Daher wird es an dem Tag eine Gegenkundgebung des antifaschistischen Hammer Jugendbündnisses haekelclub590 geben. Das Werner Bündnis gegen Rechts (WBgR) unterstützt den Protest und ruft dazu auf, am Samstag nach Hamm zu fahren und die Engagierten aus der Nachbarstadt nicht allein zu lassen. Um 14 Uhr treffen sich die Gegendemonstranten am Willy-Brandt-Platz vor dem Hauptbahnhof Hamm, um von dort gemeinsam zur Kundgebung in der Nähe des Konzerts zu gehen. Aus Werne bietet sich die Anreise mit dem Bus an.
Philipp Müller, Sprecher des WBgR erklärt: „Natürlich sind rechte Veranstaltungen in unserer Nachbarschaft immer ein Problem, erst recht wenn sie wie in diesem Fall der Verbreitung von NS-Propaganda dienen und vermutlich zahlreiche gewaltbereite Neonazis über die Region hinaus anziehen. Pikant ist außerdem, dass mit ‘FreilichFrei’ ein Liedermacher auftreten wird, der eine CD mit NSU-verherrlichenden Texten veröffentlichte, die 2015 zu Razzien führte, von denen auch der Werner Neonazi Dennis L. betroffen war. ‘FreilichFrei’ covert vor allem Lieder anderer RechtsRock-Bands, darunter Lieder der Band ‘Sleipnir’, bei der Dennis L. spielt. Auch aus lokaler Perspektive sind das Konzert und die Beteiligten also nicht uninteressant“.

Letzte Infos für Köln am Samstag

Morgen möchte die AfD in Köln ihren Bundesparteitag abhalten. Wir treffen uns ebenfalls dort mit tausenden Menschen am Samstag, um der rechten Partei ihr Event so madig wie möglich zu machen. Vermutlich wisst ihr bereits, worum es geht, daher sparen wir uns das an dieser Stelle. Falls ihr doch noch mehr Informationen über die Hintergründe möchtet, verweisen wir stattdessen auf den Aufruf von NIKA NRW. Auch in Werne wird schon länger zu den Protesten mobilisiert. Im Folgenden möchten wir euch ein paar letzte Infos zum Samstag mit auf den Weg geben.

Anreise

Ab 7 Uhr morgens soll es Versuche geben, den Parteitag massenhaft zu blockieren. Falls ihr daran teilnehmen möchtet und wie wir aus Werne kommt, habt ihr das Problem, dass es mit öffentlichen Verkehrsmitteln allein fast ein Ding der Unmöglichkeit ist, rechtzeitig in Köln zu sein. Es gibt eine gemeinsame Anreise ab Dortmund. Wir empfehlen allen aus dem Kreis Unna (und allem, was dahinter liegt), sich an dem gemeinsamen Treffpunkt einzufinden. Kommt dazu um 05:30 Uhr zum Nordausgang des Hauptbahnhof (vor Cinestar). Fragt doch mal bei euren Freund*innen nach, ob sich vielleicht Mitfahrgelegenheiten nach Dortmund auftun.

Nützliche Infos

Eine Auflistung mit zahlreichen nützlichen Informationen darüber, was an dem Tag so geplant ist, wie ihr euch vorbereiten solltet und Ähnliches, findet ihr bei der Kampagne Solidarität statt Hetze. Ihr solltet euch vor allem die EA-Nummer für den Tag notieren (0221 932 72 52). Tipps und Erklärungen zum EA und zum richtigen Verhalten bei Repressionsfällen findet ihr hier.

Für Schlafmützen

5:30 Uhr ist euch zu früh oder ihr habt keine Möglichkeit nach Dortmund zu kommen? Dann habt ihr trotzdem die Möglichkeit, an den Protesten teilzunehmen. Um 11 Uhr wird es in Köln eine große Demonstration geben, die vermutlich am Heumarkt startet. Das ist immer noch recht früh, wenn ihr aus Werne fahrt, aber immerhin fahren die Züge.

Beteiligt euch an den Aktionen gegen den AfD-Bundesparteitag!
Kommt auf der Demonstration zum antikapitalistischen, antirassistischen Block!
Nationalismus ist keine Alternative!

Nachgetreten: Rechte kleben SCP-Sticker

Eine kleine Meldung, die wir euch mit eeetwas Verspätung nicht vorenthalten möchten:
Seit dem Dezember 2016 beobachten wir, dass in unregelmäßigen Abständen im Bereich zwischen Bahnhof und Berufskolleg versucht wird, insbesondere Aufkleber, die zur Solidarität mit Geflüchteten aufrufen, zu überkleben. Nachdem zu Beginn rechte Aufkleber dafür genutzt worden sind, die ihrerseits stets umgehend von fleißigen Antifaschist*innen entfernt wurden, scheinen die Rechten nun eine neue Strategie eingeschlagen zu haben. Im Februar wurden dieselben Aufkleber nun mit Stickern des Fußballvereins SC Preußen Münster überklebt. An dieser Stelle eine Botschaft an die Rechten: nur weil die Aufkleber nicht mehr eindeutig aus der rechten Ecke kommen, heißt das nicht, dass nicht eindeutig wäre, wer sie verklebt und warum dies getan wird. Wenn Neonazis meinen, sie müssten ihren Lieblingsclub für ihre scheiternde Straßenpolitik instrumentalisieren, laufen sie in Werne damit nur gegen die nächste Wand.